The Prolegomena of Jean Hardouin -
translated by Edwin Johnson
New Edition by Dr. Hermann Detering
Juli 2010
“It is my intention, with the assistance of God, as
long as He grants me life, to show that all writings which are
commonly thought to be old, are in fact, with certain exceptions to be
presently named, supposititious, and the fabrication of an unprincipled
crew of literary men … What matters it, I pray you, that no one before
my time has said what I have just said … ”
(Hardouin, Prolegomena)
***
In his famous “Prolegomena” the Jesuit Jean Hardouin
(1646-1729) developed the thesis that the greater part of Classical
literature, along with most Christian patristic literature, had been
fabricated by a crew of forgers in the thirteenth and fourteenth
centuries.
English translation by Edwin Johnson, M.A. First published 1909.
New Edition (2010) by Dr. Hermann Detering, Berlin.
Juni 2010 - Die Welt des frühen
Christentums = ein historisch unbezeugtes „Metaversum“ – Jesus und die
Apostel = pseudo-historische Gründergestalten der Kirche des 2.
Jahrhunderts. So etwa lauten die bahnbrechenden Thesen des
Historikers Edwin Johnson (1842-1901). Trotz seiner Bedeutung geriet das erstmals 1887 anonym
erschienene Buch bald
wieder in Vergessenheit. Erst in den letzten
Jahren ist das Werk aus der „Bibliothek der vergessenen Bücher“
wiederentdeckt worden. Durch die in den angelsächsischen Ländern
aufgeflammte Debatte über die Existenz des „Historischen Jesus“ (G.A.
Wells, T. Freke/P. Gandy, Earl Doherty, R. J. Hoffmann, Robert M. Price)
haben Johnsons Thesen neue Aktualität bekommen. Inzwischen ist sein Werk
ein Geheimtipp unter Chronologie- und Radikalkritikern. Bei der
vorliegenden Übertragung von Frans-Joris Fabri handelt es sich um die
erste deutsche Übersetzung des Buches. Eingeleitet wird sie mit
einem Vorwort von Hermann Detering.
„Es gehört eine tiefe Kenntnis der Probleme … dazu, um diese Versuche
…
nicht einfach als absurd bei Seite zu schieben.“ Adolf von Harnack
Antiqua Mater is the result of a keen-eyed and innovative scholar
actually managing to set aside all the ingrained preconceptions and
conventional assumptions, and to take a genuinely fresh look at
too-familiar data. As you read it, you will find yourself held
accountable for every agreement and disagreement with the author. How
tragic! Not to be able to take anything for granted anymore! Prof. Robert M. Price, Verfasser von „Deconstructing Jesus“
Ein Klassiker der historischen Kritik … würdig, neben den Werken von
Reimarus, David Friedrich Strauß, F.C. Baur und Bruno Bauer genannt zu
werden Dr. Hermann Detering
"Eine Art Metamorphose des
Menschlichen"
Gerd Theißens „Historischer Jesu“
Von Hermann Detering, Berlin 2010
Seit seinem Erscheinen 1996/97 hat sich das vom Neutestamentler Gerd
Theißen zusammen mit Annette Merz verfaßte Buch über den „Historischen
Jesus“ in Deutschland schnell zum Klassiker entwickelt. Trotz einer
gewissen Sperrigkeit des als Studienbuch konzipierten, mehr als 400
Seiten umfassenden Werks, sind Theißens Thesen offenbar sehr eingängig.
Tatsächlich spiegelt sich darin nicht nur die Position der Autoren,
sondern die Summe der Auffassungen heutiger Theologen, Pfarrer,
Kirchenbesucher und Verfasser von Wikipedia-Artikeln wider. Wenn
zukünftige Generationen einmal wissen wollen, welches Jesusbild den
bundesrepublikanischen Protestantismus um die Jahrtausendwende prägte,
werden sie nicht an Theißens „Historischem Jesus“ vorbeikommen.
Dabei machen Theißen/Merz es der inzwischen an einfache Unterhaltungskost
gewöhnten Leserschaft von Jesusbüchern, wie gesagt, keineswegs immer
leicht...
seit einigen Jahren lese ich mit Interesse Ihre Website und die darauf
verlinkten Artikel und Rezensionen. Religionsgeschichte und Theologie
faszinieren mich seit meiner Jugend, einer Kirche gehöre ich bis heute
nicht an.
Ich kann fachlich überhaupt nicht beurteilen, wie es um die
wissenschaftliche Fundierung Ihrer zum Teil als sehr kühn erscheinenden
Hypothesen bestellt ist aber mir scheint, viele Ihrer Kritiker, die sich
in Rezensionen und in Ihrem Gästebuch
Luft machen, können das auch nicht. Umso mehr erschreckt mich die Häme
und Aggressivität mancher Reaktionen. Sie erinnert mich auf unangenehme
Weise daran, wie man in der ehemaligen DDR, in der ich aufgewachsen bin,
unliebsamen Kritikern entgegentrat.
Die Parallelen sind wirklich unübersehbar.
Da wird die moralische Keule geschwungen, dass man kein gutwilliger und
anständiger Mensch sein könne, wenn man die marxistische bzw.
christliche Lehre in irgendeiner Hinsicht anzweifle.
Man wird beschuldigt, an dem Ast zu sägen, auf dem ganze Völker sitzen
und für den drohenden katastrophalen Fall verantwortlich gemacht.
Beliebt ist auch der Vorwurf, dass man sich auf Argumente beziehe, die
längst auf dem Müllhaufen der Geschichte; gelandet seien und somit
keiner ernsthaften Betrachtung wert.
Dann gibt es die herablassende Ermahnung, man möge doch bitte nicht zu
weit gehen, weiter zum Beispiel als andere, die durch ihren akademischen
Grad, ihr Lebensalter oder gesellschaftliche Verdienste hoch über einem
stünden.
Und schließlich fehlt auch die Anklage nicht, dass man nicht den in
Frage stellen dürfe, dessen Brot man esse. Die Partei oder Kirche wird
dazu aufgerufen, sich von solchen subversiven Elementen zu reinigen.
Als Gorbatschew zu Perestroika und Glasnost aufrief, war das
Gesellschaftssystem, das sich kommunistisch nannte, bereits nicht mehr
zu retten. An Stimmen, die ihn für den Zusammenbruch dieses Systems
verantwortlich machen wollten, hat es seither nicht gefehlt. Auch nicht
an Äußerungen, wonach die kommunistische Ordnung trotz aller Defizite
immer noch besser war, als der nachfolgende Verlust gewohnter Werte und
Strukturen. Nun mögen christliche Theologen und Kleriker angesichts
einer zweitausendjährigen Geschichte verächtlich auf die vergleichsweise
kurze Lebensdauer kommunistischer Ideologie und Praxis herabsehen. Aber
auch sie müssen sich der Tatsache stellen, dass nicht ihre
Fundamentalisten es sind, die dem Christentum einen dauerhaften Platz in
den Köpfen und Herzen der Menschen sichern werden.
Was an dieser Religion sich letztlich als unverlierbar erweisen könnte,
das dürfen wir vermuten und erhoffen, wissen können wir es nicht.
Wer Beiträge wie Mark Johnstons "Saving God. Religion after Idolatry"
gelesen hat, mag sich verunsichert fragen, wie viel oder wenig da
tatsächlich gerettet wurde. Er mag es, wenn er denn überhaupt den Mut
findet, derartiges zu lesen (und seine Ablehnung nicht mit allerlei
vorgeschobenen Gründen entschuldigt) betrüblich finden, was ihm da
zugemutet wird und vor dem drohenden Verlust liebgewonnener
Überzeugungen zurückschrecken. Das sind menschliche und verständliche
Reaktionen. Aber sie sind nicht demjenigen anzulasten, der in geistiger
Freiheit Äußerungen gewagt hat, die unsere bisherigen Überzeugungen
antasten. Wem es damit wohler ist, solche Herausforderungen als von
Satan gesteuerte Versuchungen abzutun, dem sei diese Einstellung
unbenommen. Aber die Meinungs- und Gedankenfreiheit kann nicht zur
Disposition stehen. Sie mag nicht der Menschheit höchstes Gut sein aber
sie ist ein unverzichtbares. Die Forderung, christliche Selbst- und
Querdenker mögen bitte zuallererst einmal die Kirche verlassen, um nicht
als Wölfe im Schafspelz zur Bedrohung für die braven Schafe zu werden,
ist nicht akzeptabel.
Wie schon gesagt, weiß ich überhaupt nicht, in welchem Maße Ihre
theologischen Hypothesen, z.B. bezüglich der Person des Paulus, der
historischen Realität nahe kommen. Aber darum geht es auch nicht.
Sondern darum, dass - entsprechend dem Motto ihrer Website - gezweifelt
und hinterfragt werden darf und soll und zwar nicht nur im stillen
Kämmerlein, sondern öffentlich.
In diesem Sinne danke ich Ihnen für www.radikalkritik.de und wünsche
Ihnen beruflich und privat weiterhin von Herzen alles Gute.
U.C.
Sub Pontio Pilato
– Chronologie als Ausdruck frühchristlicher Substitutionstheologie
Michael Wilhelm Nordbakke, Trondheim
2008
Dem Untergang des ersten Tempels wird in
der rabbinischen Literatur ein paradigmatischer Stellenwert zuerkannt.
Das Wirken Jeremias fiel in die letzten vierzig Jahre vor diesem
Ereignis. Dies ist möglicherweise ein Grund für die Auffassung, die
Jahre zwischen 30 und 70 seien eine verhängnisvolle Zeit gewesen.
Rabbinische Texte sprechen von ständig wiederkehrenden Mirakeln
bedrohlicher Art. Es mag polemische Gründe gegeben haben, warum die
Evangelien indirekt auf das Schicksal Jesu als Auslöser dieser
40-jährigen Krise verweisen. Nachvollziehbar, wenn auch rein spekulativ,
wäre somit die Frage, ob die neutestamentliche Chronologie zu
buchstäblich verstanden wird. Die Zeitangabe von vierzig Jahren könnte
auch symbolisch gemeint sein...
Nach dem historischen
Jesus fragen
- oder historisch nach Jesus
fragen?
Hermann Detering, Berlin 2007
"Jedenfalls scheint mir die immer stärker werdende Neigung christlicher
Theologen, zu meinen, immer mehr über den historischen Jesus wissen zu
können, Ausdruck der allgemeinen Theologenschwäche zu sein, zum frommen
Selbstbetrug zu neigen".
Muhammad Kalisch
In der Post-Bultmann-Ära ist Mode geworden, was unter kritischen
Theologen einst als grundsätzlich unmöglich galt: viel über den
historischen Jesus zu wissen. Wie der Hausvater von Mt 13,52, der
aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt, werden die modernen
Hausväter von „New Quest“, „Third Quest“ und „mystischem“
Postmodernismus nicht müde, ihr Wissen über den Mann aus Nazareth
verschwenderisch vor den Augen ihres Publikums auszubreiten.
Das
"Center for Inquiry Transnational" in
Verbindung mit dem "Committee for the Scientific Examination of Religion
(CSER)"hat die Einrichtung eines "Jesus-Projekts" angekündigt, das die
Arbeit des "Jesus-Seminars" in neuer Weise fortsetzen soll. Das "Jesus
Projekt" wird Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen zur Klärung
der Frage heranziehen, ob und inwieweit die Existenz Jesu von Nazareth als
historisch gesichert betrachtet werden kann.
Geleitet wird das Unternehmen vom Vorsitzenden des CSER, R. Joseph Hoffmann.
Ziel des Projekts ist, laut Hoffmann, nicht etwa der "Beweis"
der Nichtexistenz des historischen Jesus, sondern die Prüfung der Frage,
ob es sich dabei um eine zuverlässige Arbeitshypothese handelt sowie die
Suche nach Methoden, um auf diesem Gebiet zu wahrscheinlichen
Ergebnissen zu gelangen.
Zu den Mitgliedern des Projekts gehören der renommierte Neutestamentler
James M. Robinson, Herausgeber des internationalen Q Projekts und der
Nag Hammadi-Texte, van Harvey, führender Philosoph und Historiker
und Emeritus der der Stanford University; Gerd Lüdemann, Professor der
Universität Göttingen, Robert
Price, Herausgeber des "Journal of Higher Criticism" sowie führende
Bibelwissenschaftler, Altphilologen, Historiker, Archäologen und
Anthropologen.
Das "Jesus Projekt"
wird zweimal im Jahr als öffentliches Seminar an Universitäten der USA
tagen.
Prof. R. J. Hoffmann wies mich
darauf, daß das Jesus-Project ab Juli eine eigene Webseite hat,
die sich derzeit allerdings noch im Aufbau befindet. HD
*
BWHEBB, BWHEBL
[Hebrew];
BWGRKL,
BWGRKN,
and BWGRKI [Greek] Postscript Type
1 and TrueType fonts Copyright 1994-1999 BibleWorks, LLC.
All rights reserved. These
Biblical Greek and Hebrew fonts are used with permission and
are from BibleWorks for Windows, the premier exegetical and
research. Bible software
system.
http://www.bibleworks.com.
Eine kommerzielle Verwendung der auf diesen Seiten
angebotenen Informationen ist nicht gestattet.
Der Herausgeber übernimmt keine Verantwortung oder Haftung
für von Dritten erstellte oder veröffentlichte
Informationen, die über einen Link auf die Internetseiten
von radikalkritik.de zugänglich sind.
Der Herausgeber distanziert sich von allen strafrechtlich
relevanten Inhalten im Internet
Radikalkritik.de
beschäftigt sich kritisch mit den historischen Wurzeln des Christentums
sowie mit allgemeinen religiösen und theologischen Fragen.
Ein besonderer Schwerpunkt dieser Website besteht darin, mit den Arbeiten
der sogenannten "Radikalkritiker" bekannt zu machen.
Dabei handelt es sich um Theologen und Historiker, deren Mehrzahl die These
vertritt, daß die neutestamentlichen Schriften (inklusive der Paulusbriefe)
erst im zweiten nachchristlichen Jahrhundertentstanden sind,
nicht jedoch im ersten - wie der Mainstream der Forschung bis heute
immer noch annimmt.
"Radikalkritik"versteht
sich nicht als Kritik am Christentum, sondern als kritische Untersuchung
seiner historischen Grundlagen.
Zitat:
Die Geschichte der literarischen Leichtgläubigkeit ist noch nicht
geschrieben