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Interview 30 Sep 2011 - 11:29 Nr. 12044

Neue Zweifel an der historischen Existenz Jesu

(hpd) Jesus von Nazaret gilt heute auch selbst vielen Atheisten als historisch belegte Person. Hermann Detering, promovierter Theologe und Pfarrer im Ruhestand, hingegen ist nicht dieser Auffassung. In seinem neuen Buch „Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“ zeigt er, dass auf die als Belege für die Existenz Jesu herangezogenen antiken Quellen kein Verlass ist.


Sehr geehrter Herr Detering, hat Jesus wirklich gelebt? Die meisten Theologen halten die historische Existenz von Jesus von Nazaret durch biblische wie außerbiblische Zeugnisse hinreichend belegt. Sie sind anderer Meinung?

Man sollte sich durch so viel Einmütigkeit nicht einschüchtern lassen. Für mich galt und gilt immer der Satz Bertrand Russells, dass dort besondere Vorsicht angebracht ist, wo sich alle Experten
einig sind...          Weiter                   
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Jetzt erschienen:

Hermann Detering: Falsche Zeugen  
- außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag  2011

Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere.
Moderne Untersuchungsmethoden lassen die Ursprünge des Christentums in einem neuen Licht erscheinen. Stammt das Testimonium Flavianum, in dem vom „weisen Mann“ Jesus die Rede ist, tatsächlich aus der Feder des Josephus? Hat es die neronische Christenverfolgung wirklich gegeben? Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Wie authentisch sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius?
Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bezeugen können. Die negativen historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der Geschichte für den christlichen Glauben auf.

Aus dem Inhalt

Christliche Interpolationen bei Flavius Josephus * Tacitus: Der Brand Roms und die „neronische Christenverfolgung“ * Plinius der Jüngere – Christenverfolgung in Bithynien * Leben und Werk des jüngeren Plinius * Sueton: Christus in Rom - Sueton und seine Biographien römischer Kaiser * Mara bar Serapion: der „weise König“ * Thallus: Ein Hinweis auf die Passionsgeschichte? * Das Schweigen nichtchristlicher Quellen

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Inhaltsverzeichnis

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Rezension auf herrenzimmer.de: Die Ochs- und Eselwochen


Mara bar Serapion und Arnobius

Erst vor wenigen Wochen entdeckte ich bei Arnobius (4. Jh. n. Chr.) eine bisher noch ganz unberücksichtigte  Parallele zum Brief des Mara bar Serapion. Sie ist ein erneutes Indiz für die schon von Kathleen McVey aufgestellte These, dass der Brief des Mara bar Serapion erst aus dem vierten nachchristlichen Jahrhundert stammt.

Hier die Stelle bei Arnonius  sowie ein kurzer Kommentar.
 


Lieber Herr Dr. Detering,

Gratulation zu Ihrem großartigen Buch!
Mit von Seite zu Seite wachsendem Interesse habe ich Ihre tiefgründige Studie gelesen. Sie haben damit wieder ein Werk vorgelegt, das zumindest jeder Theologe zur Kenntnis nehmen sollte und das deshalb in keiner Uni-Bibliothek fehlen dürfte. Geschrieben vom Experten für Experten, aber auch so klar und verständlich verfasst, dass es darüber hinaus auch für historisch interessierte Laien von großem Interesse sein dürfte...  weiterlesen


 

Adieu, Plinius!

9. Juni 2011 - Gute 35 Jahre ist das nun her, als ich die beiden sogenannten „Christenbriefe des Plinius“ (Buch 10, ep. 96 und ep. 97) zum ersten Mal las. Ich saß damals zusammen mit anderen Theologiestudenten in einem neutestamentlichen Seminar, dessen Thema ich inzwischen vergessen habe. Nur an den Novemberregen, der an diesem ungemütlichen Spätnachmittag gegen die Scheiben prasselte, erinnere ich mich und natürlich an den Seminarleiter, Professor Walter Schmithals, der mit uns den lateinischen Text der Briefe las und freundlicherweise auch gleich noch für seine Studenten übersetzte. Nicht, dass wir das nicht gekonnt hätten. Aber das war so seine Art. Vielleicht befürchtete er, jemanden in Verlegenheit zu bringen. Vielleicht wollte er sich auch einfach die Lesung selber vorbehalten. Seine Vortragsweise – immer ein wenig feierlich und gravitätisch – machte auch den schläfrigsten Studenten klar, dass wir es mit einem bedeutsamen historischen Dokument zu tun hatten. Eine der frühesten Bezeugungen des Christentums vom Anfang des zweiten Jahrhunderts! Nicht aus der Feder eines Christen, sondern des römischen Statthalters in Bithynien, Plinius des Jüngeren (61/62- ca. 113/115 n. Chr.)! Ein Text, der er es uns ermöglichte, gleichsam in einer Art Tiefenbohrung zu den Anfangsgründen des christlichen Glaubens und der christlichen Gemeindebildung hinabzusteigen! Satz für Satz – reines Zeugnis: für die Existenz von frühchristlichen Gemeinden, frühchristlichen Gottesdiensten, heroischen Martyrien – und somit ein weiterer Beleg dafür, dass alles, woran Christen seit Jahrtausenden glauben, im Wesentlichen auf solider historischer Grundlage stehe. So ungefähr.

Die Überzeugung, dass wir es bei diesen beiden Briefen mit wichtigen Stützpfeilern für die Zuverlässigkeit unseres überkommenen Bildes vom frühen Christentums zu tun haben, hat sich tief eingegraben. Die Ehrfurcht vor einem historischen Dokument dieses Kalibers auch.

Und doch. Ehrfurcht ist gut, Kritik ist besser. Als ich die beiden „Christenbriefe“ im Sommer letzten Jahres erneut las, waren die Eindrücke, die ich damals empfangen hatte, nicht vergessen. Anders als damals gab es allerdings eine Fülle kritischer Fragen, die mich seitdem beschäftigten, und die auch vor diesen beiden altehrwürdigen Dokumenten nicht halt machten. Irgendwann veranlassten sie mich dazu, der Geschichte der Rezeption dieser beiden Texte näher nachzugehen.

Ich hatte geglaubt, dass darüber bereits ausführlichere Studien existierten, sah mich aber darin getäuscht. Darum machte ich mich mit Hilfe verschiedener lateinischer Datenbanken selber an die Arbeit und gelangte dabei zu einem überraschenden Ergebnis:

1. Abgesehen von Tertullian wurden die Christenbriefe des Plinius und Trajan, die christlichen Apologeten des 2. Jahrhunderts eine Steilvorlage hätten bieten können, von keinem christlichen Schriftsteller des 2. Jahrhunderts erwähnt.

2. Aber noch sonderbarer: Alle auf Tertullian folgenden Kirchenväter sind von den Zitaten Tertullians abhängig, kein einziger von ihnen, weder Hieronymus noch Prosper Aquitanus noch Frechulf Lexovensis usw., besaß eine eigene Ausgabe des Briefwechsels. Hieronymus sagt ausdrücklich: „So zitiert Tertullian im Apologeticum“ (Tertullianus refert in Apologetico).

3. Hier stellte sich die Frage nach der Zuverlässigkeit des „Zeugen“ Tertullian. Hatte Tertullian die beiden Christenbriefe überhaupt gesehen? Hatte er sie wirklich auf seinem Schreibtisch liegen? Oder handelte es sich bei den „Zitaten“ nur um seine spontane Erfindung? Der Verdacht war so absurd nicht. In der Tat galt es zu lernen, dass Tertullian viel erzählt, wenn der Tag lang ist. Es gibt kaum einen dubioseren kirchlichen Schriftsteller als ihn. So kennt er nicht nur einen Briefwechsel Plinius-Trajan, sondern noch eine Reihe von weiteren Dokumenten, für deren Authentizität sich heute wohl kaum ein Historiker verbürgen möchte. Um nur dies zu erwähnen: Es befindet sich darunter sogar ein Zeugnis über die Himmelfahrt Christi. Darüber können sich heute vermutlich nur noch stramme christliche Fundamentalisten freuen. Denn es soll von keinem Geringeren stammen als vom römischen Statthalter Pontius Pilatus, der „selbst schon in seinem Innersten ein Christ, dem damaligen Kaiser Tiberius über Christus gemeldet“ habe (Apol 21,24). Im vierten Band seiner gegen Marcion gerichteten Schrift (Marc 4,7) versucht Tertullian zu beweisen, dass Christus nicht, wie Marcion behauptet, vom Himmel herabgestiegen, sondern auf der Erde geboren sei. Als „höchst glaubwürdiges Zeugnis“ (testem fidelissimum) führt er dann die Registrierung Jesu in den Unterlagen der Volkszählung auf. – Bereits diese beiden Beispiele genügten, um deutlich zu machen, wes Geistes Kind der Kirchenvater ist: Wenn er aus einer Schrift zitiert, beweist das in der Regel gar nichts, weder dass er richtig zitiert noch dass er die Schrift gelesen hat – noch dass es sie überhaupt gegeben hat.

4. Am Merkwürdigsten aber war nun das Folgende: Bei einem Vergleich zwischen dem von Tertullian überlieferten Wortlaut des Briefes mit dem des Hieronymus und der ihm folgenden Kirchenväter fielen einige Unterschiede auf. So gebraucht z.B. Hieronymus bei der Aufzählung der Delikte, derer sich die Christen enthalten, die beiden Begriff furta (Diebstahl) und latrocinia (Raub/Spitzbübereien), die bei Tertullian gar nicht begegnen. Offensichtlich hat also Hieronymus das Zitat des Tertullian etwas abgeändert und die beiden Worte furta und latrocinia frei hinzugefügt.

Warum aber, und das war nun die alles entscheidende Frage, tauchten diese beiden Begriffe auch im Brief des Plinius an Trajan auf?

Was hatten sie dort zu suchen? Wie war das möglich? Woher konnte Hieronymus die originalen Formulierungen der Passage kennen? Sollte der Kirchenvater etwa durch eine Eingebung des Heiligen Geistes instand gesetzt worden sein, den ursprünglichen Wortlaut des Pliniusbriefes wiederherzustellen?

Das wäre nun allerdings schwer zu glauben. Zumindest dort, wo man sich um eine wissenschaftliches Verständnis der Angelegenheit bemühte.

Da der Kirchenvater nun einmal steif und fest behauptete, dass er seine Informationen über den Briefwechsel des Plinius von Tertullian erhalten habe, also offenkundig nicht über eine eigene Ausgabe der Plinius-Briefe verfügte, aus der er sein Wissen hätte schöpfen können, konnte es eigentlich nur eine vernünftige Lösung des Rätsels geben. Die kleine Unstimmigkeit konnte nur als Hinweis darauf aufgefasst werden, dass die beiden Briefe keine authentischen Dokumente aus der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts waren, sondern spätere christliche Texte, deren Verfasser nicht nur auf Tertullian, sondern auch auf Hieronymus bzw. die ihm folgenden Kirchenschriftsteller, zurückblickte. Es galt, – paradox genug – zu erkennen, dass der Pliniusbrief seinen Referaten und Referenten nicht voranging, sondern ihnen folgte und sozusagen den Endpunkt der mit Tertullian einsetzenden Entwicklung bildete, in deren Verlauf er in immer neuen Variationen und Paraphrasen zitiert wurde; d.h. nicht eigentlich er, sondern das Referat des Tertullian.

Diese Vermutung konnte noch anhand weiterer Details bestätigt werden, z.B. an einer angeblichen Verschreibung von quasi zu et. Nach Plinius verehrten die Christen Christus durch ihren Gesang  wie = quasi Gott, nach Tertullian verehrten sie Christus und = et Gott, bei Hieronymus wieder wie = ut Gott. Es ist klar, dass die Entwicklung nur vom et zum (ähnlich geschriebenen) ut und von dort zu dem ut gleichbedeutenden quasi verlaufen sein kann, also et > ut > quasi und nicht quasi > et > ut.

Was nun noch folgte, war eine nähere Beschäftigung mit der Textgeschichte des 10. Bandes der Pliniusbriefe, in dem die beiden Christenbriefe enthalten sind. Im Ergebnis bestätigte sich der Verdacht der Unechtheit nicht nur, sondern wurde zur festen Gewissheit. Nicht nur die beiden Christenbriefe erwiesen sich als spätere Fälschungen, der ganze 10. Band der Plinius-Trajan-Korrespondenz war der Fälschung verdächtig. Der Verdacht war im übrigen so neu nicht und wurde schon gleich beim ersten Erscheinen der Korrespondenz von kritischen Zeitgenossen geäußert. Das einzige erhaltene Manuskript war vor dem 16. Jahrhundert noch völlig unbekannt und wurde erst gegen dessen Anfang von dem alerten Dominikanermönch, Ingenieur und Antiquar, Fra Giocondo, ans Licht gezogen, um sogleich wieder in der Versenkung zu verschwinden. Es gilt bis heute als verschollen, in Wahrheit scheint es niemals existiert zu haben.

Wer mehr über die abenteuerliche Geschichte der beiden „Christenbriefe“ sowie der übrigen "klassischen" Jesuszeugnisse erfahren will, lese darüber ausführlich in meinem Buch:

Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“.

Es soll im September 2011 im Alibri-Verlag erscheinen.
Das Buch war ursprünglich als Einleitung eines Jesusbuches gedacht. Im Laufe der Arbeit entwickelte es sich zu einer eigenständigen Monographie. Es ist derzeit das einzige Buch eines deutschen Theologen, das sich ausschließlich mit dem Thema nichtchristlicher Jesuszeugnisse beschäftigt. Im Unterschied zu einigen angelsächsischen Vorgängern bin ich nach gründlicher Prüfung der sechs klassischen Zeugen allerdings in allen Fällen zu einem negativen Ergebnis gelangt. Am Ende steht die nüchterne Bilanz, dass mit ihrer Hilfe weder die historische Gestalt Jesu von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bewiesen werden kann. Also nicht nur: Adieu, Plinius! sondern auch: Adieu, Josephus, Tacitus, Sueton, Mara bar Serapion und Thallus!

Vielleicht auch: Adieu, Jesus? Mein Buch: "Falsche Zeugen" versucht, auch darauf eine Antwort zu geben.

Hermann Detering

                                                             

                                                           1 Kommentar (michael sympson)
 


8 Thesen zur Geschichte des frühen Christentums

Von Hermann Detering


1) Weder kann die Gestalt eines Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert „n. Chr.“ historisch nachgewiesen werden. Bei den nichtchristlichen Zeugnissen (Josephus, Tacitus, Plinius, Sueton, Mara bar Serapion, Thallus, Phlegon) handelt es sich in der Regel um spätere christliche Interpolationen bzw. Fälschungen (im Fall des Sueton ist eine Interpretatio Christiana schon deswegen verfehlt, weil gar nicht von Christus, sondern von einem Chrestus unter der Regierung des Claudius,  41-54, gesprochen wird).

2) Bei den Schriften des Neuen Testaments handelt es sich um Literatur des 2. „nachchristlichen“ Jahrhunderts. Die übliche Datierung „nach 70“, d.h. zwischen 70-100, ist willkürlich. Die 4 Evangelien werden erstmals gegen Ende des 2. Jahrhunderts bezeugt (Irenäus); Vorstufen gibt es offenbar in der Mitte des 2. Jahrhunderts (Justins "Erinnerungen der Apostel"). Auf eine Entstehung nach 135 deutet auch die sog. Kleine Apokalpyse (Mk 13 par), in der offenkundig Ereignisse der Bar Kochba-Zeit geschildert werden.

Die von den Neutestamentlern als „Hauptzeugen“ für eine Datierung um 70 angesehenen Ignatiusbriefe und der 1. Clemensbrief sind (spätere) Fälschungen (so schon die Reformatoren, im Hinblick auf die Ignatianen auch Wissenschaftler wie Hübner und Schmithals).

3) Die Paulusbriefe sind im 2. Jahrhundert aus dem Schoß der marcionitischen Gnosis hervorgegangen und wurden erst nach gründlicher Überarbeitung von der Kirche in Rom übernommen. Das ist u.a. daran zu erkennen, dass die marcionitische Fassung, soweit sie uns erhalten ist, ursprünglicher ist als die katholische/kanonische bzw. der Textus Receptus. Außerdem werden gegnerische Gruppierungen bekämpft, die erst im 2. Jahrhundert existierten ("Judaisten" wie Elchasai und Cerinth). Der schlagenden Beweis für eine Abfassung der Paulusbriefe im 2. nachchristlichen Jahrhundert ist die sachgemäße Beantwortung der Gegnerfrage.

Die Paulusbriefe enthalten keine Angaben über einen historischen Jesus, sondern nur über einen vom Himmel herabgestiegenen und nach seinem Erdenleben wieder gen Himmel gefahrenen Gottessohn. Das Paulusbild der Paulusbriefe und der Apostelgeschichte widersprechen sich. Die Apostelgeschichte weiß gar nichts von irgendwelchen Briefen. Die Apostelgeschichte ist der Versuch, Paulus durch Domestizierung kirchlich zu integrieren, d.h. vor allem in die jüdische Tradition, in die er bei Marcion nicht hineingehörte.

4) Der „historische Jesus“ ist ein Phantom der neutestamentlichen Wissenschaft, das mit Hilfe der sog. „Abzugsmethode“, d.h. durch willkürliche Streichung aller unliebsamen oder wunderbaren, legendären Züge zustande gekommen ist. Die Vielzahl von Jesusbildern zeigt, dass sich jede Zeit den Jesus zurechtgemacht hat, der ihren jeweiligen religiösen/kirchlichen/
politischen Erfordernissen am besten gerecht wurde (nach dem Friedens- und Frauen-Jesus jetzt der ökologische). 

5) Es ist eine seit Bultmann beliebte Auskunft zu sagen, der Mythos habe die Geschichte vom Menschen Jesus (nach dessen Auferstehung) aufgesogen. Er sei von der christlichen Gemeinde „benutzt“ worden, um die „Bedeutung“ Jesus für die Gemeinde auszusagen. Aber das ist problematisch, da nach Abzug aller als „kerygmatisch“ angesehenen Bestandteile, aller mythischen Elemente, aller „Rückprojektionen“, aller volkstümlichen Verschiebungen und „Anreicherungen“ von einem „Leben Jesu“ nichts übrig bleibt, was uns das Recht gäbe, eine historische Person vorauszusetzen. Auch kein nacktes „Dass des Gekommenseins“. Es gibt kaum einen Zug im Jesusbild der Evangelien, für den das antike religiöse Umfeld nicht eine entsprechende Parallele böte.

6) Am Anfang des Christentums stand eine Erlösergestalt, die noch in kein Zeitschema gehörte. Ihr Ursprung liegt vermutlich in der jüdisch beeinflussten Gnosis Alexandriens/Ägyptens (Spielarten dieser Gnosis wohl auch in Kleinasien und Samarien). Aber auch die antike Logos-Religion und das antiken Mysterienwesen (Christus trägt bekanntlich viele Züge antiker Heilandsgestalten z.B. Attis und Dionysus, auch Heracles) haben viel zu ihrer Entstehung beigetragen.

7) Das ursprüngliche christlich gnostische Christus-Metaversum wurde Mitte des 2. Jahrhunderts durch die christliche Gemeinde Roms mit dem Histoversum „abgeglichen“. Neben dem Alten Testament spielten die Geschichtswerke des Josephus dabei eine Rolle. Literarisches Resultat dieser Arbeit waren die vier Evangelien und die überarbeiteten Paulusbriefe. Dabei wurden kirchliche Auseinandersetzungen der Gegenwart in das 1. Jahrhundert zurückprojiziert.

Die Notwendigkeit zur Historisierung des gnostischen Christus ergab sich aus kirchenpolitischen Gründen: Eine doketische Scheingestalt eignete sich schlecht als Ausgangspunkt für eine auf Tradition sich gründende kirchliche Hierarchie. Da für die Mehrheit der Gläubigen (bis heute) nur das wirklich ist, was historisch ist, erkannte die Kirche früh die Chancen, die in dem „Dogma“ eines körperlich-leiblich („historisch“) existierenden Jesus liegen.

8) Der „historische Jesus“ ist das Resultat eines wissenschaftlich-historischen und religiösen Irrwegs. Es ist heute dringend geboten, sich vom „geschichtlichen Glauben“ eines Küng, Crossan, Theißen usw. zu verabschieden, um hinter der historischen Staffage der Evangelien wieder die Welt der religiösen Bilder und Symbole zu entdecken (Novalis, C.G. Jung, Eugen Drewermann). Glaube ist kein Fürwahrhalten historischer Tatbestände. In der Religion kann es nicht um historische Fakten, sondern nur um existentielle Wahrheiten gehen.
 


Radikalkritik und die Sehnsucht nach "mehr" - ein Email-Wechsel


[Betr.: An den Seelsorger] Lieber Herr Pfarrer,
Wie lebt man mit der Sehnsucht nach Gottes Gegenwart, mit dem Drang nach „mehr,“ nachdem man Ihre Webseite, Bob Price’s Bücher, Earl Doherty’s und Harald Specht’s Jesus (letzteres auf Ihre Empfehlung hin), Randel Helms’ Gospel Fictions, etc., etc., u.s.w. gelesen hat? Auch wenn die Evangelien „the supreme fiction of our times“ sind, sind sie nicht doch ein guter blueprint für ein Leben? Ich habe meine Vertäuung verloren. Ich hielt mich immer für einen abendländischen Katholiken (nicht römisch!), der Kultur und Tradition zugetan und der historischen Grundlagen sicher. Jetzt bin ich verunsichert. Habe ich etwas mißverstanden? Etwas übersehen? Wohin mit Jesus?
Etwas haltlos, WP


Lieber Herr P.,
es handelt sich zweifellos um ein Missverständnis. Denn es ist keineswegs so, dass mir die „Sehnsucht nach Gottes Gegenwart“, der „Drang nach ‚mehr’“, von dem Sie schreiben, ganz unbekannt wäre. Ich hätte sonst nicht Theologie studiert und wäre auch nicht Pfarrer geworden. Natürlich geht es mir nicht darum, irgendjemandem den „Glauben zu nehmen“, schon gar nicht den „Drang nach 'mehr'“ irgendwie zu behindern, im Gegenteil.
Falls diese Webseite an einem solchen Missverständnis schuldig sein sollte, muss ich zu meiner Rechtfertigung allerdings bemerken,...

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Prof. Mark Goodacre und die Jesus-Mythicists

English version

 

2.2. 2011   Von Hermann Detering -  In seinem NT-Pod vom 9. Januar 2011 spricht Prof. Mark Goodacre (Duke University) in einem13-minütigen Beitrag über die Frage "Did Jesus exist?" Er nimmt darin vor allem auf die in England/USA erschienenen  Publikationen von  G.A. Wells (der in Goodacre's Beitrag im O-Ton zu hören ist!) und Freke-Gandy's "Jesus Mysteries" Bezug.  Goodacre's Haupteinwand gegen die "Mythicists": Sie würden das Kind mit dem Bade ausschütten. Es gehe nicht an, die Gestalt Jesu wegen der vielen mythologischen Züge in den Evangelien für unhistorisch zu erklären. Für den Historiker der Antike sei es ein bekanntes Phänomen, dass  Personen wie Jesus "nur in der Erinnerung derer überlebten, die darüber sprechen"; im speziellen Falle sei die Erinnerung an Jesus nach der Auferstehung durch mythische Elemente angereichert worden, mit anderen Worten: Der Mythos habe die Geschichte vom Menschen Jesus  aufgesogen bzw. "kontaminiert".  Weiter


 


"Eine Art Metamorphose des Menschlichen"

„Der Historische Jesus“ von Gerd Theißen und Annette Merz

Von Hermann Detering, Berlin 2010

Seit seinem Erscheinen 1996/97 hat sich das vom Neutestamentler Gerd Theißen zusammen mit Annette Merz verfasste Buch über den „Historischen Jesus“ in Deutschland schnell zum Klassiker entwickelt. Trotz einer gewissen Sperrigkeit des als Studienbuch konzipierten, mehr als 400 Seiten umfassenden Wälzers sind die Thesen des Buches offenbar eingängig. Tatsächlich spiegelt sich darin nicht nur die Position der Autoren, sondern die Summe der Auffassungen heutiger Theologen, Pfarrer, Kirchenbesucher und Verfasser von Wikipedia-Artikeln wider. Wenn zukünftige Generationen einmal wissen wollen, welches Jesusbild den bundesrepublikanischen Protestantismus um die Jahrtausendwende prägte, werden sie nicht am „Historischen Jesus“ vorbeikommen...       

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NEUE BÜCHER:

G.A. van den Bergh van Eysinga:
Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?

 

 


Hat Jesus gelebt? - Die Frage wird vom niederländischen Neutestamentler Gustaaf A. van den Bergh van Eysinga in verschiedenen Einzelstudien wissenschaftlich kompetent und ohne jede Sensationshascherei untersucht. Sein Ergebnis: Jesus war ursprünglich keine historische Gestalt, sondern die symbolische Darstellung verschiedener religiöser und philosophischer Ideen der Antike. Der kirchliche Jesus ist das Resultat eines komplizierten Historisierungsprozesses. Für den modernen Menschen kommt es darauf an, religiöse und geschichtliche Wahrheit auseinanderzuhalten und wieder den ursprünglichen Gleichnischarakter der Christusgestalt zu entdecken.

Der Band versammelt 5 frühchristliche Studien des holländischen Radikalkritikers.

 

Inhalt:
Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?
Hercules – Christus
Historisierter Mythos
Jesus Christus als Logos
Die Entstehung der katholischen Kirche

 

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Klassischer Philologe aus Österreich bezweifelt die Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Paulusbriefe

 

Dr. Günther Schwab machte mich auf seine jüngst erschienene Dissertation, eine zweibändige Echtheitsuntersuchung der Paulusbriefe, darunter auch der bisher als echt betrachteten Briefe Phlm, Gal, Phil, 1 Thess, aufmerksam. Das Beweisziel klingt vielversprechend. Leider war es mir bisher noch nicht möglich, mich näher mit dem Werk zu beschäftigen. Bei der Echtheitskritik des Galaterbriefs scheint, wie aus dem Inhaltsverzeichnis hervorgeht,  vor allem die schon von Bruno Bauer beobachtete Abhängigkeit von der Apostelgeschichte von großer Bedeutung zu sein.

Das Beweisziel: "Als Beitrag zur Erstellung einer philologisch-historisch nachvollziehbaren echtheitskritischen Beurteilung des Corpus Paulinum und Korrektiv einer in der Literatur zu den sogenannten Protopaulinen deutlich wahrnehmbaren einseitigen Favorisierung der Echtheitsmöglichkeit weisen diese Studien nach, dass die bisherigen Echtheitsurteile über vier der sieben „Protopaulinen“ — Philemonbrief (Phm), Philipperbrief (Phil), Galaterbrief (Gal) und erster Thessalonikerbrief (1Thess) — unter Ausblendung echtheitskritisch beachtenswerter Merkmale dieser Texte zustande gekommen sind. Es wäre kein Zeichen von Parteilichkeit oder irgendeiner anderen wissenschaftlichen Untugend, würde die etablierte Paulusforschung die Möglichkeit, dass Phm, Phl, Gal und 1Thess fiktive, nicht von Paulus stammende Briefe sind, ernster als bisher nehmen und die Echtheitsfrage für jeden einzelnen „protopaulinischen“ Text neu aufrollen."
 

Aus dem Geleitwort von Prof. Wolfgang Speyer

Da der Kanon des Neuen Testamentes Quelle des christlichen Glaubens ist, waren und sind die Theologen bei der Kritik der Verfasserschaft, als die die Kirche letztlich den Heiligen Geist annimmt, weit zurückhaltender als gegenüber den ‚Apokryphen‘. Im letzten halben Jahrhundert nahmen aber immer mehr Bibelwissenschaftler zur Kenntnis, dass nicht nur die meisten Apostelschreiben unecht sind, sondern dass auch das Corpus Paulinum pseudepigraphische Briefe in einem größeren Maße enthält. So zogen sie sich schließlich auf die Festung von sieben unbezweifelbaren Briefen des Apostels Paulus zurück.

Von diesen Voraussetzungen aus konnte Dr. Günther Schwab, der bereits Aufsätze zu Sophokles und Sallust veröffentlicht hat, die große Aufgabe auf sich nehmen, das, was die neutestamentliche Wissenschaft bisher unterlassen hat, nachzuholen, nämlich die Gesichtspunkte zusammenzutragen, die gegen die Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Briefe des Paulus sprechen: an Philemon, die Galater, die Philipper und an die Thessaloniker (1 Thess). Von den geplanten Bänden, die diese und die übrigen ‚echten‘ Briefe sprachlich-stilistisch und inhaltlich untersuchen sollen, liegt hiermit der erste vor.

Der Verfasser analysiert in der weit gespannten Einführung die Möglichkeiten der Echtheitskritik auf der Grundlage der philologisch-historischen Methode, wobei er auch die Vorgangsweisen der heutigen Kriminalistik mitberücksichtigt. So erhalten wir einen ersten kritischen Überblick über die bisherige Geschichte und den Inhalt der Echtheitskritik im Blick auf das Corpus Paulinum und auf dessen Rezeption im 2. Jahrhundert. Dabei sind die Stimmen der Bibelwissenschaftler des 19. Jahrhunderts ebenso präsent wie die des 20. und des 21. Jahrhunderts.

Mit Hilfe der Möglichkeiten, die der Computer bietet, gibt der Verfasser im Hauptteil einen feinteiligen Sprach- und Stilvergleich zwischen den vier genannten Paulusbriefen und den übrigen Paulusbriefen sowie der Apostelgeschichte. Das Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass für die Annahme der Unechtheit mehr spricht, als bislang registriert worden ist. Dem üblichen Echtheitsurteil stehen beachtenswerte Indizienreihen entgegen.

Für den Mut und den Anstoß, die Paulus-Frage neu zu durchdenken, gebührt dem Verfasser der Dank der Mitforschenden.
 


STUDIES ON THE AUTHENTICITY OF THE FOUR MINOR PAULINE EPISTLES. Volume 1, half-volumes A and B.

As a contribution to a philologically-historically comprehensible assessment of the authenticity of the Pauline corpus and as corrective to the one-sided preference for the possibility of authenticity – a preference clearly visible in the research literature on the so-called proto-Pauline epistles – these studies demonstrate that the current judgments on the authenticity of four of the seven “proto-Pauline” writings – Philemon (Phm), Philippians (Php), Galatians (Gal) and First Thessalonians (1 Thess) – have been achieved by disregarding many features of these texts relevant for judging the probability of authenticity. It would not be a sign of bias or of any other scientific vice, if the mainstream of Pauline researchers took the possibility more seriously than up to now that Phm, Php, Gal and 1Thess are fictional letters originating not from the apostle Paul, and would be willing to reconsider the question of authenticity for every single “proto-Pauline” text.
 

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Jesus mit Fragezeichen

Das Jesus-Buch von Harald Specht

Jesusbücher gibt es viele, vielleicht zu viele. Ein Jesusbuch mit einem Fragezeichen war bisher noch nicht darunter. Nun ist es erschienen. Es heißt schlicht „Jesus?“, stammt aus der Feder von Harald Specht und hat den Untertitel: „Tatsachen und Erfindungen“.
Das Fragezeichen gibt die Richtung vor. Der Autor bemüht sich um Antwort auf Fragen wie z.B.: Hat Jesus wirklich gelebt? War er ein Mensch aus Fleisch und Blut? Oder ist er nur ein Phantom, die Erfindung einer frühchristlichen Sekte? Warum weist die Bibel zahlreiche Ungereimtheiten auf, wenn es um Jesu Herkunft, Geburt und Familie geht? Weshalb agierten die ersten christlichen Gemeinden im Geheimen? Was hat es mit dem rätselhaften Stern zu Bethlehem auf sich und wieso beteten noch im Mittelalter Christen vor dem Petersdom zu Rom die Sonne an? Und was haben Christus und Weihnachten mit der Wintersonnenwende zu tun? usw.
      Die Antworten, dies sei vorweg gesagt, fallen anders aus, als es die heutigen Leser von Papst Benedikt XVI., Klaus Berger und Paul Verhoeven gewöhnt sein mögen: nachdenklicher, skeptischer, kritischer, mit einem Wort radikalkritischer. Bei der Alternative „Tatsachen oder Erfindungen“, „Fakten oder Fiktionen“ entscheidet sich der Autor in fast allen Fällen zugunsten der letzteren. Nicht aus Prinzip, sondern mit Argumenten, alten und neuen, stärkeren und schwächeren.
      Den christlichen Quellen ist ein Abschnitt gewidmet („Jesus im Neuen Testament – irgendetwas stimmt hier nicht“) ebenso wie den nichtchristlichen: Josephus, Sueton, Tacitus und Plinius. Weil geschichtliche Vergewisserung hier nimmermehr zu finden ist, bleibt für den Verfasser „nichts, was wir noch zu glauben hätten.“ Doch ist es überhaupt vorstellbar, dass wir es bei der Gestalt Jesu mit einer Fiktion zu tun haben? Kapitel 5, die „Erfindung Jesu“, entwirft Szenarien, wie es hätte sein können und wie aus einem Mythos Geschichte werden konnte.
Der Verfasser beschließt sein Buch mit sieben Thesen. Das Buch, das mit dem Motto „De omnibus dubitandum“ begann, endet, wen wundert’s, mit der Feststellung, dass Jesus lebt, aber nie gelebt hat. Eine schlechte Botschaft nur für die, die ihren christlichen Glauben mit dem Fürwahrhalten historischer Tatbestände verwechselten.
      Der Autor hat das Buch verfasst, weil er kein aktuelles deutschsprachiges Buch fand, das die historische Suche nach Jesus als Überblick für den Nichtexperten zusammenfasst. Die Lücke zu füllen, ist ihm voll und ganz gelungen. So ein Buch hat es seit langem im deutschprachigen Raum nicht gegeben. Eine spannende Tour durch die Geschichte der Leben-Jesu-Foschung – mit besonderem Schwerpunkt auf deren weithin vergessenem radikalkritischen Flügel, den „Zweiflern und Leugnern“ – glänzend geschrieben und trotz seiner gut 600 Seiten (654 mit Anmerkungen) sehr kurzweilig. Das richtige Buch für den Weihnachtsgabentisch für alle, die es schon immer etwas genauer wissen wollen und sich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen lassen.

Dr. Harald Specht ist deutscher Wissenschaftler und Autor. Neben mehr als 70 wissenschaftlichen Publikationen sowie zahlreichen Drehbüchern und Filmkommentaren verfasste er auch mehrere Sachbücher und Romane.

Harald Specht:  Jesus? Tatsachen und Erfindungen, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010 (19,90€) .       amazon      libri 


The Prolegomena of Jean Hardouin - translated by Edwin Johnson

New Edition by Dr. Hermann Detering

 Juli 2010

“It is my intention, with the assistance of God, as long as He grants me life, to show that all  writings which are commonly thought to be old, are in fact, with certain exceptions to be presently named, supposititious, and the fabrication of an unprincipled crew of literary men … What matters it, I pray you, that no one before my time has said what I have just said … ”
                 (Hardouin, Prolegomena)

***

In his famous “Prolegomena” the Jesuit Jean Hardouin (1646-1729) developed the thesis that the greater part of Classical literature, along with most Christian patristic literature, had been fabricated by a crew of forgers in the thirteenth and fourteenth centuries.

 

English translation by Edwin Johnson, M.A. First published 1909.
New Edition (2010) by Dr. Hermann Detering, Berlin.

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"Antiqua Mater" erstmals in deutscher Übersetzung

Juni 2010 - Die Welt des frühen Christentums = ein historisch unbezeugtes „Metaversum“ – Jesus und die Apostel = pseudo-historische Gründergestalten der Kirche des 2. Jahrhunderts.  So etwa lauten die bahnbrechenden Thesen des Historikers Edwin Johnson (1842-1901). Trotz seiner Bedeutung geriet das erstmals 1887 anonym erschienene Buch bald wieder in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren ist das Werk aus der „Bibliothek der vergessenen Bücher“ wiederentdeckt worden. Durch die in den angelsächsischen Ländern aufgeflammte Debatte über die Existenz des „Historischen Jesus“ (G.A. Wells, T. Freke/P. Gandy, Earl Doherty, R. J. Hoffmann, Robert M. Price) haben Johnsons Thesen neue Aktualität bekommen. Inzwischen ist sein Werk ein Geheimtipp unter Chronologie- und Radikalkritikern. Bei der vorliegenden Übertragung von Frans-Joris Fabri handelt es sich um die erste deutsche Übersetzung des Buches. Eingeleitet wird sie mit einem Vorwort von Hermann Detering.


„Es gehört eine tiefe Kenntnis der Probleme … dazu, um diese Versuche …
nicht einfach als absurd bei Seite zu schieben.“
Adolf von Harnack

Antiqua Mater is the result of a keen-eyed and innovative scholar actually managing to set aside all the ingrained preconceptions and conventional assumptions, and to take a genuinely fresh look at too-familiar data. As you read it, you will find yourself held accountable for every agreement and disagreement with the author. How tragic! Not to be able to take anything for granted anymore!
Prof. Robert M. Price, Verfasser von „Deconstructing Jesus“

Ein Klassiker der historischen Kritik … würdig, neben den Werken von Reimarus, David Friedrich Strauß, F.C. Baur und Bruno Bauer genannt zu werden
Dr. Hermann Detering
 


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© 2000-2012 Hermann Detering


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"Hermann Detering once
 again proves himself the most keenly insightful New Testament scholar of this generation,
worthy to stand among the neglected giants of the radical criticism whose work
he has brought to light to stir today's Bible students
from their deep
dogmatic slumbers.
My own debt to his work is profound."
Prof. Robert. M. Price

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 Hermann Detering:
Der Gefälschte Paulus.
Das Urchristentum im Zwielicht.
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...die protestantische Skandalerscheinung des letzten Jahres - Roger Thiede, FOCUS

Kuckucksei - Der Wahnsinn hat Methode - Prof. Eta Linnemann

Auf F. C. Baur folgte ein Bruno Bauer und auf Rudolf Bultmann ein Herbert Braun. Man könnte hinzufügen: auf Schmithals ein Detering  - Prof. M. Hengel

Detering ist kein Sensationsjournalist vom Kaliber des unseligen Tandems Baigent/Leigh. Seine Thesen verdienen eine ernsthafte Auseinandersetzung - Pfr. Fritz Gloor, Reformiertes Forum


Inhalt

neu 7. 11. 2011 Mara bar Serapion und Arnobius

25. 10.2011 Falsche Zeugen - Ein Leserbrief

伪造的保罗与中国何干?
21. Juli 2011 Der Gefälschte Paulus - und China. Ein Gespräch mit Zhiping Jia.

12. Juni 2011 8 Thesen zur Geschichte des frühen Christentums

2./3. April 2011 Biblioblogger beweisen: Frühchristliche Blei-"Ringbücher" sind simple Fälschungen

18. März 2011 Radikalkritik und die Sehnsucht nach "mehr" - ein Email-Wechsel

2. Februar 2011
Prof. Mark Goodacre und die Jesus-Mythicists

"Eine Art Metamorphose des Menschlichen" - „Der Historische Jesus“ von Gerd Theißen und Annette Merz

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Klassischer Philologe bezweifelt Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Paulusbriefe

Jesus mit Fragezeichen
Das Jesus-Buch von Harald Specht

The Prolegomena of Jean Hardouin - translated by Edwin Johnson - New Edition by Dr. Hermann Detering

"Antiqua Mater" erstmals in deutscher Übersetzung
 


Radikalkritik.de


 
beschäftigt sich kritisch mit den historischen Wurzeln des Christentums sowie mit allgemeinen religiösen und theologischen Fragen.

Ein besonderer Schwerpunkt dieser Website besteht darin, mit den Arbeiten der sogenannten "Radikalkritiker" bekannt zu machen.
Dabei handelt es sich um Theologen und Historiker, deren Mehrzahl die These vertritt, dass die neutestamentlichen Schriften (inklusive der Paulusbriefe) erst im zweiten nachchristlichen Jahrhundert entstanden sind, nicht jedoch im ersten - wie der Mainstream der Forschung bis heute immer noch annimmt.
"Radikalkritik" versteht sich nicht als Kritik am Christentum, sondern als kritische Untersuchung seiner historischen Grundlagen.

Zitat:

 


 
Oftmals wenn ich zum Karfreitagsgottesdienst gehe, ist es für mich schwer zu entscheiden, ob der Gott, der begraben wird, Adonis ist oder
Christus.

Often when I attend the ritual procession on Good Friday, it is difficult for me to decide whether the god that is being buried is Christ or Adonis.

 

Giorgos Seferis (griechischer Schriftsteller, Nobelpreisträger, 1900-1971): Letter to a Friend

 

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