(hpd) Jesus von Nazaret gilt heute auch
selbst vielen Atheisten als historisch belegte Person. Hermann Detering,
promovierter Theologe und Pfarrer im Ruhestand, hingegen ist nicht
dieser Auffassung. In seinem neuen Buch „Falsche Zeugen.
Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“ zeigt er, dass auf
die als Belege für die Existenz Jesu herangezogenen antiken Quellen kein
Verlass ist.
Sehr geehrter Herr Detering, hat Jesus wirklich gelebt? Die meisten
Theologen halten die historische Existenz von Jesus von Nazaret durch
biblische wie außerbiblische Zeugnisse hinreichend belegt. Sie sind
anderer Meinung?
Man sollte sich durch so viel Einmütigkeit nicht einschüchtern lassen.
Für mich galt und gilt immer der Satz Bertrand Russells, dass dort
besondere Vorsicht angebracht ist, wo sich alle Experten
einig sind... Weiter
nederlandse vertaling
Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht
der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz
Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch
außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem
die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische
Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere.
Moderne Untersuchungsmethoden lassen die Ursprünge des Christentums in
einem neuen Licht erscheinen. Stammt das Testimonium Flavianum, in dem
vom „weisen Mann“ Jesus die Rede ist, tatsächlich aus der Feder des
Josephus? Hat es die neronische Christenverfolgung wirklich gegeben?
Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Wie authentisch
sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius?
Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen
historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen
Christentums im 1. Jahrhundert bezeugen können. Die negativen
historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der
Geschichte für den christlichen Glauben auf.
Aus dem Inhalt
Christliche Interpolationen bei Flavius Josephus * Tacitus: Der Brand
Roms und die „neronische Christenverfolgung“ * Plinius der Jüngere –
Christenverfolgung in Bithynien * Leben und Werk des jüngeren Plinius *
Sueton: Christus in Rom - Sueton und seine Biographien römischer Kaiser
* Mara bar Serapion: der „weise König“ * Thallus: Ein Hinweis auf die
Passionsgeschichte? * Das Schweigen nichtchristlicher Quellen
Erst vor wenigen Wochen entdeckte ich bei
Arnobius (4. Jh. n. Chr.) eine bisher noch ganz
unberücksichtigte Parallele zum Brief des Mara bar Serapion.
Sie ist ein erneutes Indiz für die schon von Kathleen McVey
aufgestellte These, dass der Brief des Mara bar Serapion erst aus
dem vierten nachchristlichen Jahrhundert stammt.
Hier
die Stelle bei Arnonius sowie ein kurzer Kommentar.
Lieber Herr Dr.
Detering,
Gratulation zu Ihrem großartigen Buch!
Mit von Seite zu Seite wachsendem Interesse habe ich Ihre tiefgründige
Studie gelesen. Sie haben damit wieder ein Werk vorgelegt, das zumindest
jeder Theologe zur Kenntnis nehmen sollte und das deshalb in keiner
Uni-Bibliothek fehlen dürfte. Geschrieben vom Experten für Experten,
aber auch so klar und verständlich verfasst, dass es darüber hinaus auch
für historisch interessierte Laien von großem Interesse sein dürfte...
weiterlesen
9. Juni 2011 - Gute 35 Jahre ist das nun her, als ich die
beiden sogenannten „Christenbriefe des Plinius“ (Buch 10, ep. 96 und ep. 97) zum
ersten Mal las. Ich saß damals zusammen mit anderen Theologiestudenten
in einem neutestamentlichen Seminar, dessen Thema ich inzwischen vergessen habe.
Nur an den Novemberregen, der an diesem ungemütlichen Spätnachmittag
gegen die Scheiben prasselte, erinnere ich mich und natürlich an den
Seminarleiter, Professor Walter Schmithals, der mit uns den lateinischen
Text der Briefe las und freundlicherweise auch gleich noch für seine
Studenten übersetzte. Nicht, dass wir das nicht gekonnt hätten. Aber das
war so seine Art. Vielleicht befürchtete er, jemanden in Verlegenheit zu
bringen. Vielleicht wollte er sich auch einfach die Lesung selber
vorbehalten. Seine Vortragsweise – immer ein wenig feierlich und
gravitätisch – machte auch den schläfrigsten Studenten klar, dass wir es
mit einem bedeutsamen historischen Dokument zu tun hatten. Eine der
frühesten Bezeugungen des Christentums vom Anfang des zweiten
Jahrhunderts! Nicht aus der Feder eines Christen, sondern des römischen
Statthalters in Bithynien, Plinius des Jüngeren (61/62- ca. 113/115 n.
Chr.)! Ein Text, der er es uns ermöglichte, gleichsam in einer Art
Tiefenbohrung zu den Anfangsgründen des christlichen Glaubens und der
christlichen Gemeindebildung hinabzusteigen! Satz für Satz – reines
Zeugnis: für die Existenz von frühchristlichen Gemeinden,
frühchristlichen Gottesdiensten, heroischen Martyrien – und somit ein
weiterer Beleg dafür, dass
alles, woran Christen seit Jahrtausenden glauben, im Wesentlichen auf solider
historischer Grundlage stehe. So ungefähr.
Die Überzeugung, dass wir es bei diesen
beiden Briefen mit wichtigen Stützpfeilern für die Zuverlässigkeit
unseres überkommenen Bildes vom frühen Christentums zu tun haben, hat
sich tief eingegraben. Die Ehrfurcht vor einem historischen Dokument
dieses Kalibers auch.
Und doch. Ehrfurcht ist gut, Kritik ist
besser. Als ich die beiden „Christenbriefe“ im Sommer letzten Jahres
erneut las, waren die Eindrücke, die ich damals empfangen hatte, nicht
vergessen. Anders als damals gab es allerdings eine Fülle kritischer Fragen, die mich seitdem beschäftigten, und die auch vor
diesen beiden altehrwürdigen Dokumenten nicht halt machten. Irgendwann
veranlassten sie mich dazu, der Geschichte der Rezeption dieser beiden
Texte näher nachzugehen.
Ich hatte geglaubt, dass darüber bereits
ausführlichere Studien existierten, sah mich aber darin getäuscht. Darum
machte ich mich mit Hilfe verschiedener lateinischer Datenbanken selber
an die Arbeit und gelangte dabei zu einem überraschenden Ergebnis:
1. Abgesehen von Tertullian wurden die
Christenbriefe des Plinius und Trajan, die christlichen Apologeten des
2. Jahrhunderts eine Steilvorlage hätten bieten können, von keinem
christlichen Schriftsteller des 2. Jahrhunderts erwähnt.
2. Aber noch sonderbarer: Alle auf
Tertullian folgenden Kirchenväter sind von den Zitaten Tertullians
abhängig, kein einziger von ihnen, weder Hieronymus noch Prosper
Aquitanus noch Frechulf Lexovensis usw., besaß eine eigene Ausgabe des
Briefwechsels. Hieronymus sagt ausdrücklich: „So zitiert Tertullian
im Apologeticum“ (Tertullianus refert in Apologetico).
3. Hier stellte sich die Frage nach der
Zuverlässigkeit des „Zeugen“ Tertullian. Hatte Tertullian die beiden
Christenbriefe überhaupt gesehen? Hatte er sie wirklich auf seinem
Schreibtisch liegen? Oder handelte es sich bei den „Zitaten“ nur um
seine spontane Erfindung? Der Verdacht war so absurd nicht. In der Tat
galt es zu lernen, dass Tertullian viel erzählt, wenn der Tag lang ist.
Es gibt kaum einen dubioseren kirchlichen Schriftsteller als ihn.
So kennt er nicht nur einen Briefwechsel Plinius-Trajan, sondern noch
eine Reihe von weiteren Dokumenten, für deren Authentizität sich heute
wohl kaum ein Historiker verbürgen möchte. Um nur dies zu erwähnen: Es
befindet sich darunter sogar ein Zeugnis über die Himmelfahrt Christi.
Darüber können sich heute vermutlich nur noch stramme christliche
Fundamentalisten freuen. Denn es soll von keinem Geringeren stammen als vom römischen Statthalter
Pontius Pilatus, der „selbst schon in seinem Innersten ein Christ,
dem damaligen Kaiser Tiberius über Christus gemeldet“ habe (Apol 21,24).
Im vierten Band seiner gegen Marcion gerichteten Schrift (Marc 4,7)
versucht Tertullian zu beweisen, dass Christus nicht, wie Marcion
behauptet, vom Himmel herabgestiegen, sondern auf der Erde geboren sei.
Als „höchst glaubwürdiges Zeugnis“ (testem fidelissimum) führt er
dann die Registrierung Jesu in den Unterlagen der Volkszählung auf. –
Bereits diese beiden Beispiele genügten, um deutlich zu machen, wes
Geistes Kind der Kirchenvater ist: Wenn er aus einer Schrift zitiert,
beweist das in der Regel gar nichts, weder dass er richtig zitiert noch
dass er die Schrift gelesen hat – noch dass es sie überhaupt gegeben
hat.
4. Am Merkwürdigsten aber war nun das
Folgende: Bei einem Vergleich zwischen dem von Tertullian überlieferten
Wortlaut des Briefes mit dem des Hieronymus und der ihm folgenden
Kirchenväter fielen einige Unterschiede auf. So gebraucht z.B.
Hieronymus bei der Aufzählung der Delikte, derer sich die Christen
enthalten, die beiden Begriff furta (Diebstahl) und latrocinia
(Raub/Spitzbübereien), die bei Tertullian gar nicht begegnen.
Offensichtlich hat also Hieronymus das Zitat des Tertullian etwas
abgeändert und die beiden Worte furta und latrocinia frei
hinzugefügt.
Warum aber, und das war nun die alles
entscheidende Frage, tauchten diese beiden Begriffe auch im Brief des
Plinius an Trajan auf?
Was hatten sie dort zu suchen? Wie war das
möglich? Woher konnte Hieronymus die originalen Formulierungen der
Passage kennen? Sollte der Kirchenvater etwa durch eine Eingebung des
Heiligen Geistes instand gesetzt worden sein, den ursprünglichen
Wortlaut des Pliniusbriefes wiederherzustellen?
Das wäre nun allerdings schwer zu glauben.
Zumindest dort, wo man sich um eine wissenschaftliches Verständnis der
Angelegenheit bemühte.
Da der Kirchenvater nun einmal steif
und fest behauptete, dass er seine Informationen über den Briefwechsel
des Plinius von Tertullian erhalten habe, also offenkundig nicht über
eine eigene Ausgabe der Plinius-Briefe verfügte, aus der er sein Wissen
hätte schöpfen können, konnte es eigentlich nur eine vernünftige
Lösung des Rätsels geben. Die kleine Unstimmigkeit konnte nur als
Hinweis darauf aufgefasst werden, dass die beiden Briefe keine authentischen Dokumente aus der ersten Hälfte des 2.
Jahrhunderts waren, sondern spätere christliche Texte,
deren Verfasser nicht nur auf Tertullian, sondern auch auf Hieronymus
bzw. die ihm folgenden Kirchenschriftsteller, zurückblickte. Es galt, – paradox genug – zu
erkennen, dass der Pliniusbrief seinen Referaten und Referenten nicht
voranging, sondern ihnen folgte und sozusagen den Endpunkt der mit
Tertullian einsetzenden Entwicklung bildete, in deren Verlauf er in
immer neuen Variationen und Paraphrasen zitiert wurde; d.h. nicht
eigentlich er, sondern das Referat des Tertullian.
Diese Vermutung konnte noch anhand
weiterer Details bestätigt werden, z.B. an einer angeblichen Verschreibung von quasi zu et.
Nach Plinius verehrten die Christen Christus durch ihren Gesang
wie = quasi Gott, nach Tertullian verehrten sie Christus und
= et Gott, bei Hieronymus wieder wie = ut Gott. Es ist
klar, dass die Entwicklung nur vom et zum (ähnlich geschriebenen) ut und
von dort zu dem ut gleichbedeutenden quasi verlaufen sein kann, also et > ut >
quasi und nicht quasi > et > ut.
Was nun noch folgte, war eine nähere
Beschäftigung mit der Textgeschichte des 10. Bandes der Pliniusbriefe,
in dem die beiden Christenbriefe enthalten sind. Im Ergebnis bestätigte
sich der Verdacht der Unechtheit nicht nur, sondern wurde zur festen
Gewissheit. Nicht nur die beiden Christenbriefe erwiesen sich als
spätere Fälschungen, der ganze 10. Band der Plinius-Trajan-Korrespondenz
war der Fälschung verdächtig. Der Verdacht war im übrigen so neu nicht
und wurde schon gleich beim ersten Erscheinen der Korrespondenz von
kritischen Zeitgenossen geäußert. Das einzige erhaltene Manuskript war
vor dem 16. Jahrhundert noch völlig unbekannt und wurde erst gegen
dessen Anfang von dem alerten Dominikanermönch, Ingenieur und Antiquar,
Fra Giocondo, ans Licht gezogen, um sogleich wieder in der Versenkung zu
verschwinden. Es gilt bis heute als verschollen, in Wahrheit scheint es
niemals existiert zu haben.
Wer mehr über die abenteuerliche Geschichte der beiden „Christenbriefe“
sowie der übrigen "klassischen" Jesuszeugnisse erfahren will, lese
darüber ausführlich in meinem Buch:
„Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“.
Es soll im September 2011 im Alibri-Verlag erscheinen.
Das Buch war ursprünglich als Einleitung eines Jesusbuches gedacht. Im
Laufe der Arbeit entwickelte es sich zu einer eigenständigen
Monographie. Es ist derzeit das einzige Buch eines deutschen Theologen,
das sich ausschließlich mit dem Thema nichtchristlicher Jesuszeugnisse beschäftigt. Im Unterschied zu
einigen angelsächsischen Vorgängern bin ich nach gründlicher
Prüfung der sechs klassischen Zeugen allerdings in allen Fällen zu einem
negativen Ergebnis gelangt. Am Ende steht die nüchterne Bilanz, dass mit ihrer
Hilfe weder die historische Gestalt Jesu von Nazaret noch die Existenz
eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bewiesen werden kann. Also
nicht nur: Adieu, Plinius! sondern auch: Adieu, Josephus, Tacitus, Sueton, Mara bar Serapion
und Thallus!
Vielleicht auch:
Adieu, Jesus? Mein Buch: "Falsche Zeugen" versucht, auch darauf eine Antwort zu geben.
1) Weder kann die Gestalt eines Jesus von
Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert
„n. Chr.“ historisch nachgewiesen werden. Bei den nichtchristlichen
Zeugnissen (Josephus, Tacitus, Plinius, Sueton, Mara bar Serapion,
Thallus, Phlegon) handelt es sich in der Regel um spätere christliche
Interpolationen bzw. Fälschungen (im Fall des Sueton ist eine
Interpretatio Christiana schon deswegen verfehlt, weil gar nicht von
Christus, sondern von einem Chrestus unter der Regierung des
Claudius, 41-54, gesprochen wird).
2) Bei den Schriften des Neuen Testaments handelt es sich um Literatur
des 2. „nachchristlichen“ Jahrhunderts. Die übliche Datierung „nach 70“,
d.h. zwischen 70-100, ist willkürlich. Die 4 Evangelien werden erstmals
gegen Ende des 2. Jahrhunderts bezeugt (Irenäus); Vorstufen gibt es
offenbar in der Mitte des 2. Jahrhunderts (Justins "Erinnerungen der
Apostel"). Auf eine Entstehung
nach 135 deutet auch die sog. Kleine Apokalpyse (Mk 13 par), in der
offenkundig Ereignisse der Bar Kochba-Zeit geschildert werden.
Die von den Neutestamentlern als „Hauptzeugen“ für eine Datierung um 70
angesehenen Ignatiusbriefe und der 1. Clemensbrief sind (spätere)
Fälschungen (so schon die Reformatoren, im Hinblick auf die Ignatianen
auch Wissenschaftler wie Hübner und Schmithals).
3) Die Paulusbriefe sind im 2. Jahrhundert aus dem Schoß der
marcionitischen Gnosis hervorgegangen und wurden erst nach gründlicher
Überarbeitung von der Kirche in Rom übernommen. Das ist u.a. daran zu
erkennen, dass die marcionitische Fassung, soweit sie uns erhalten ist,
ursprünglicher ist als die katholische/kanonische bzw. der Textus
Receptus. Außerdem werden gegnerische Gruppierungen bekämpft, die erst im 2. Jahrhundert
existierten ("Judaisten" wie Elchasai und Cerinth). Der
schlagenden Beweis für eine Abfassung der Paulusbriefe im 2.
nachchristlichen Jahrhundert ist die sachgemäße Beantwortung der
Gegnerfrage.
Die Paulusbriefe enthalten keine Angaben über einen
historischen Jesus, sondern nur über einen vom Himmel herabgestiegenen
und nach seinem Erdenleben wieder gen Himmel gefahrenen Gottessohn. Das
Paulusbild der Paulusbriefe und der Apostelgeschichte widersprechen
sich. Die Apostelgeschichte weiß gar nichts von irgendwelchen Briefen.
Die Apostelgeschichte ist der Versuch, Paulus durch Domestizierung
kirchlich zu integrieren, d.h. vor allem in die jüdische Tradition, in
die er bei Marcion nicht hineingehörte.
4) Der „historische Jesus“ ist ein Phantom der
neutestamentlichen Wissenschaft, das mit Hilfe der sog. „Abzugsmethode“,
d.h. durch willkürliche Streichung aller unliebsamen oder wunderbaren,
legendären Züge zustande gekommen ist. Die Vielzahl von Jesusbildern
zeigt, dass sich jede Zeit den Jesus zurechtgemacht hat, der ihren
jeweiligen religiösen/kirchlichen/
politischen Erfordernissen am besten gerecht wurde (nach dem Friedens-
und Frauen-Jesus jetzt der ökologische).
5) Es ist eine seit Bultmann beliebte Auskunft zu sagen, der Mythos habe
die Geschichte vom Menschen Jesus (nach dessen Auferstehung) aufgesogen.
Er sei von der christlichen Gemeinde „benutzt“ worden, um die
„Bedeutung“ Jesus für die Gemeinde auszusagen. Aber das ist
problematisch, da nach Abzug aller als „kerygmatisch“ angesehenen
Bestandteile, aller mythischen Elemente, aller „Rückprojektionen“, aller
volkstümlichen Verschiebungen und „Anreicherungen“ von einem „Leben
Jesu“ nichts übrig bleibt, was uns das Recht gäbe, eine historische Person
vorauszusetzen. Auch kein nacktes „Dass des Gekommenseins“.
Es gibt kaum einen Zug im Jesusbild der Evangelien, für den das antike
religiöse Umfeld nicht eine entsprechende Parallele böte.
6) Am Anfang des Christentums stand eine Erlösergestalt, die noch in
kein Zeitschema gehörte. Ihr Ursprung liegt vermutlich in der jüdisch
beeinflussten Gnosis Alexandriens/Ägyptens (Spielarten dieser Gnosis
wohl auch in Kleinasien und Samarien). Aber auch die antike Logos-Religion und das antiken
Mysterienwesen (Christus trägt bekanntlich viele Züge antiker
Heilandsgestalten z.B. Attis und Dionysus, auch Heracles) haben viel zu
ihrer Entstehung beigetragen.
7) Das ursprüngliche christlich gnostische Christus-Metaversum wurde
Mitte des 2. Jahrhunderts durch die christliche Gemeinde Roms mit dem
Histoversum „abgeglichen“. Neben dem Alten Testament spielten die
Geschichtswerke des Josephus dabei eine Rolle. Literarisches Resultat
dieser Arbeit waren die vier Evangelien und die überarbeiteten
Paulusbriefe. Dabei wurden kirchliche Auseinandersetzungen der Gegenwart
in das 1. Jahrhundert zurückprojiziert.
Die Notwendigkeit zur Historisierung des
gnostischen Christus ergab sich aus kirchenpolitischen Gründen: Eine
doketische Scheingestalt eignete sich schlecht als Ausgangspunkt für
eine auf Tradition sich gründende kirchliche Hierarchie. Da für die
Mehrheit der Gläubigen (bis heute) nur das wirklich ist, was historisch
ist, erkannte die Kirche früh die Chancen, die in dem „Dogma“ eines
körperlich-leiblich („historisch“) existierenden Jesus liegen.
8) Der „historische Jesus“ ist das Resultat eines
wissenschaftlich-historischen und religiösen Irrwegs. Es ist heute
dringend geboten, sich vom „geschichtlichen Glauben“ eines Küng, Crossan,
Theißen usw. zu verabschieden, um hinter der historischen Staffage der
Evangelien wieder die Welt der religiösen Bilder und Symbole zu
entdecken (Novalis, C.G. Jung, Eugen Drewermann). Glaube ist kein Fürwahrhalten
historischer Tatbestände. In der Religion kann es nicht um historische
Fakten, sondern nur um existentielle Wahrheiten gehen.
[Betr.: An den Seelsorger] Lieber Herr Pfarrer,
Wie lebt man mit der Sehnsucht nach Gottes Gegenwart, mit dem Drang nach
„mehr,“ nachdem man Ihre Webseite, Bob Price’s Bücher, Earl Doherty’s
und Harald Specht’s Jesus (letzteres auf Ihre Empfehlung hin), Randel
Helms’ Gospel Fictions, etc., etc., u.s.w. gelesen hat? Auch wenn die
Evangelien „the supreme fiction of our times“ sind, sind sie nicht doch
ein guter blueprint für ein Leben? Ich habe meine Vertäuung
verloren. Ich hielt mich immer für einen abendländischen Katholiken
(nicht römisch!), der Kultur und Tradition zugetan und der historischen
Grundlagen sicher. Jetzt bin ich verunsichert. Habe ich etwas
mißverstanden? Etwas übersehen? Wohin mit Jesus?
Etwas haltlos, WP
Lieber Herr P.,
es handelt sich zweifellos um ein Missverständnis. Denn es ist
keineswegs so, dass mir die „Sehnsucht nach Gottes Gegenwart“, der
„Drang nach ‚mehr’“, von dem Sie schreiben, ganz unbekannt wäre.
Ich hätte sonst nicht Theologie studiert und wäre auch nicht Pfarrer
geworden. Natürlich geht es mir nicht darum, irgendjemandem den „Glauben
zu nehmen“,
schon gar nicht den „Drang nach 'mehr'“ irgendwie zu behindern, im
Gegenteil.
Falls diese Webseite an einem solchen Missverständnis schuldig
sein sollte, muss ich zu meiner Rechtfertigung allerdings bemerken,...
2.2. 2011 Von
Hermann Detering - In
seinem NT-Pod vom 9. Januar 2011 sprichtProf. Mark
Goodacre (Duke University) in einem13-minütigen Beitrag über die
Frage "Did Jesus exist?" Er nimmt darin vor allem auf die in England/USA
erschienenen Publikationen von G.A. Wells (der in Goodacre's
Beitrag im O-Ton zu hören ist!) und Freke-Gandy's "Jesus Mysteries"
Bezug. Goodacre's
Haupteinwand gegen die "Mythicists": Sie würden das Kind mit dem Bade
ausschütten. Es gehe nicht an, die Gestalt Jesu wegen der vielen
mythologischen Züge in den Evangelien für unhistorisch zu erklären. Für
den Historiker der Antike sei es ein bekanntes Phänomen, dass
Personen wie Jesus "nur in der Erinnerung derer überlebten, die darüber
sprechen"; im speziellen Falle sei die Erinnerung an Jesus nach der
Auferstehung durch mythische Elemente angereichert worden, mit anderen
Worten: Der Mythos habe die Geschichte vom Menschen Jesus
aufgesogen bzw. "kontaminiert".
Weiter
„Der Historische Jesus“ von Gerd
Theißen und Annette Merz
Von Hermann Detering, Berlin 2010
Seit seinem Erscheinen 1996/97 hat sich das vom Neutestamentler Gerd
Theißen zusammen mit Annette Merz verfasste Buch über den „Historischen
Jesus“ in Deutschland schnell zum Klassiker entwickelt. Trotz einer
gewissen Sperrigkeit des als Studienbuch konzipierten, mehr als 400
Seiten umfassenden Wälzers sind die Thesen des Buches offenbar
eingängig. Tatsächlich spiegelt sich darin nicht nur die Position der
Autoren, sondern die Summe der Auffassungen heutiger Theologen, Pfarrer,
Kirchenbesucher und Verfasser von Wikipedia-Artikeln wider. Wenn
zukünftige Generationen einmal wissen wollen, welches Jesusbild den
bundesrepublikanischen Protestantismus um die Jahrtausendwende prägte,
werden sie nicht am „Historischen Jesus“ vorbeikommen...
Hat Jesus gelebt? - Die Frage wird vom niederländischen
Neutestamentler Gustaaf A. van den Bergh van Eysinga in verschiedenen
Einzelstudien wissenschaftlich kompetent und ohne jede
Sensationshascherei untersucht. Sein Ergebnis: Jesus war ursprünglich
keine historische Gestalt, sondern die symbolische Darstellung
verschiedener religiöser und philosophischer Ideen der Antike. Der
kirchliche Jesus ist das Resultat eines komplizierten
Historisierungsprozesses. Für den modernen Menschen kommt es darauf an,
religiöse und geschichtliche Wahrheit auseinanderzuhalten und wieder den
ursprünglichen Gleichnischarakter der Christusgestalt zu entdecken.
Der Band versammelt 5 frühchristliche
Studien des holländischen Radikalkritikers.
Inhalt: Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?
Hercules – Christus
Historisierter Mythos
Jesus Christus als Logos
Die Entstehung der katholischen Kirche
Dr. Günther Schwab machte mich auf seine jüngst erschienene
Dissertation, eine zweibändige Echtheitsuntersuchung der Paulusbriefe,
darunter auch der bisher als echt betrachteten Briefe Phlm, Gal, Phil, 1
Thess, aufmerksam. Das Beweisziel klingt vielversprechend. Leider war es
mir bisher noch nicht möglich, mich näher mit dem Werk zu beschäftigen.
Bei der Echtheitskritik des Galaterbriefs scheint, wie aus dem
Inhaltsverzeichnis hervorgeht, vor allem die schon von Bruno Bauer
beobachtete Abhängigkeit von der Apostelgeschichte von großer
Bedeutung zu sein.
Das Beweisziel: "Als Beitrag zur
Erstellung einer philologisch-historisch nachvollziehbaren
echtheitskritischen Beurteilung des Corpus Paulinum und Korrektiv einer
in der Literatur zu den sogenannten Protopaulinen deutlich wahrnehmbaren
einseitigen Favorisierung der Echtheitsmöglichkeit weisen diese Studien
nach, dass die bisherigen Echtheitsurteile über vier der sieben „Protopaulinen“
— Philemonbrief (Phm), Philipperbrief (Phil), Galaterbrief (Gal) und
erster Thessalonikerbrief (1Thess) — unter Ausblendung echtheitskritisch
beachtenswerter Merkmale dieser Texte zustande gekommen sind. Es wäre
kein Zeichen von Parteilichkeit oder irgendeiner anderen
wissenschaftlichen Untugend, würde die etablierte Paulusforschung die
Möglichkeit, dass Phm, Phl, Gal und 1Thess fiktive, nicht von Paulus
stammende Briefe sind, ernster als bisher nehmen und die Echtheitsfrage
für jeden einzelnen „protopaulinischen“ Text neu aufrollen."
Aus dem Geleitwort von Prof. Wolfgang
Speyer
Da der Kanon des Neuen Testamentes Quelle
des christlichen Glaubens ist, waren und sind die Theologen bei der
Kritik der Verfasserschaft, als die die Kirche letztlich den Heiligen
Geist annimmt, weit zurückhaltender als gegenüber den ‚Apokryphen‘. Im
letzten halben Jahrhundert nahmen aber immer mehr Bibelwissenschaftler
zur Kenntnis, dass nicht nur die meisten Apostelschreiben unecht sind,
sondern dass auch das Corpus Paulinum pseudepigraphische Briefe in einem
größeren Maße enthält. So zogen sie sich schließlich auf die Festung von
sieben unbezweifelbaren Briefen des Apostels Paulus zurück.
Von diesen Voraussetzungen aus konnte Dr.
Günther Schwab, der bereits Aufsätze zu Sophokles und Sallust
veröffentlicht hat, die große Aufgabe auf sich nehmen, das, was die
neutestamentliche Wissenschaft bisher unterlassen hat, nachzuholen,
nämlich die Gesichtspunkte zusammenzutragen, die gegen die
Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Briefe des Paulus sprechen:
an Philemon, die Galater, die Philipper und an die Thessaloniker (1
Thess). Von den geplanten Bänden, die diese und die übrigen ‚echten‘
Briefe sprachlich-stilistisch und inhaltlich untersuchen sollen, liegt
hiermit der erste vor.
Der Verfasser analysiert in der weit
gespannten Einführung die Möglichkeiten der Echtheitskritik auf der
Grundlage der philologisch-historischen Methode, wobei er auch die
Vorgangsweisen der heutigen Kriminalistik mitberücksichtigt. So erhalten
wir einen ersten kritischen Überblick über die bisherige Geschichte und
den Inhalt der Echtheitskritik im Blick auf das Corpus Paulinum und auf
dessen Rezeption im 2. Jahrhundert. Dabei sind die Stimmen der
Bibelwissenschaftler des 19. Jahrhunderts ebenso präsent wie die des 20.
und des 21. Jahrhunderts.
Mit Hilfe der Möglichkeiten, die der
Computer bietet, gibt der Verfasser im Hauptteil einen feinteiligen
Sprach- und Stilvergleich zwischen den vier genannten Paulusbriefen und
den übrigen Paulusbriefen sowie der Apostelgeschichte. Das Ergebnis
dieser Untersuchungen zeigt, dass für die Annahme der Unechtheit mehr
spricht, als bislang registriert worden ist. Dem üblichen
Echtheitsurteil stehen beachtenswerte Indizienreihen entgegen.
Für den Mut und den Anstoß, die
Paulus-Frage neu zu durchdenken, gebührt dem Verfasser der Dank der
Mitforschenden.
STUDIES ON THE AUTHENTICITY OF THE FOUR MINOR PAULINE EPISTLES.
Volume 1, half-volumes A and B.
As a contribution to a philologically-historically comprehensible
assessment of the authenticity of the Pauline corpus and as corrective
to the one-sided preference for the possibility of authenticity – a
preference clearly visible in the research literature on the so-called
proto-Pauline epistles – these studies demonstrate that the current
judgments on the authenticity of four of the seven “proto-Pauline”
writings – Philemon (Phm), Philippians (Php), Galatians (Gal) and First
Thessalonians (1 Thess) – have been achieved by disregarding many
features of these texts relevant for judging the probability of
authenticity. It would not be a sign of bias or of any other scientific
vice, if the mainstream of Pauline researchers took the possibility more
seriously than up to now that Phm, Php, Gal and 1Thess are fictional
letters originating not from the apostle Paul, and would be willing to
reconsider the question of authenticity for every single “proto-Pauline”
text.
Jesusbücher gibt es viele,
vielleicht zu viele. Ein Jesusbuch mit einem Fragezeichen war bisher
noch nicht darunter. Nun ist es erschienen. Es heißt schlicht „Jesus?“,
stammt aus der Feder von Harald Specht und hat den Untertitel:
„Tatsachen und Erfindungen“.
Das Fragezeichen gibt die Richtung vor. Der Autor bemüht sich um Antwort
auf Fragen wie z.B.: Hat Jesus wirklich gelebt? War er ein Mensch aus
Fleisch und Blut? Oder ist er nur ein Phantom, die Erfindung einer
frühchristlichen Sekte? Warum weist die Bibel zahlreiche Ungereimtheiten
auf, wenn es um Jesu Herkunft, Geburt und Familie geht? Weshalb agierten
die ersten christlichen Gemeinden im Geheimen? Was hat es mit dem
rätselhaften Stern zu Bethlehem auf sich und wieso beteten noch im
Mittelalter Christen vor dem Petersdom zu Rom die Sonne an? Und was
haben Christus und Weihnachten mit der Wintersonnenwende zu tun? usw.
Die Antworten, dies sei vorweg gesagt, fallen
anders aus, als es die heutigen Leser von Papst Benedikt XVI., Klaus
Berger und Paul Verhoeven gewöhnt sein mögen: nachdenklicher,
skeptischer, kritischer, mit einem Wort radikalkritischer. Bei
der Alternative „Tatsachen oder Erfindungen“, „Fakten oder Fiktionen“
entscheidet sich der Autor in fast allen Fällen zugunsten der letzteren.
Nicht aus Prinzip, sondern mit Argumenten, alten und neuen, stärkeren
und schwächeren.
Den christlichen Quellen ist ein Abschnitt
gewidmet („Jesus im Neuen Testament – irgendetwas stimmt hier nicht“)
ebenso wie den nichtchristlichen: Josephus, Sueton, Tacitus und Plinius.
Weil geschichtliche Vergewisserung hier nimmermehr zu finden ist, bleibt
für den Verfasser „nichts, was wir noch zu glauben hätten.“ Doch ist es
überhaupt vorstellbar, dass wir es bei der Gestalt Jesu mit einer
Fiktion zu tun haben? Kapitel 5, die „Erfindung Jesu“, entwirft
Szenarien, wie es hätte sein können und wie aus einem Mythos Geschichte
werden konnte.
Der Verfasser beschließt sein Buch mit sieben Thesen. Das Buch, das mit
dem Motto „De omnibus dubitandum“ begann, endet, wen wundert’s,
mit der Feststellung, dass Jesus lebt, aber nie gelebt hat. Eine
schlechte Botschaft nur für die, die ihren christlichen Glauben mit dem
Fürwahrhalten historischer Tatbestände verwechselten.
Der Autor hat das Buch verfasst, weil er kein
aktuelles deutschsprachiges Buch fand, das die historische Suche nach
Jesus als Überblick für den Nichtexperten zusammenfasst. Die Lücke zu
füllen, ist ihm voll und ganz gelungen. So ein Buch hat es seit langem
im deutschprachigen Raum nicht gegeben. Eine spannende Tour durch die
Geschichte der Leben-Jesu-Foschung – mit besonderem Schwerpunkt
auf deren weithin vergessenem radikalkritischen Flügel, den „Zweiflern
und Leugnern“ – glänzend geschrieben und trotz seiner gut 600 Seiten
(654 mit Anmerkungen) sehr kurzweilig. Das richtige Buch für den
Weihnachtsgabentisch für alle, die es schon immer etwas genauer wissen
wollen und sich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen lassen.
Dr. Harald Specht ist deutscher Wissenschaftler und Autor. Neben mehr
als 70 wissenschaftlichen Publikationen sowie zahlreichen Drehbüchern
und Filmkommentaren verfasste er auch mehrere Sachbücher und Romane.
Harald Specht: Jesus?
Tatsachen und Erfindungen, Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010
(19,90€) .
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libri
“It is my intention, with the assistance of God, as
long as He grants me life, to show that all writings which are
commonly thought to be old, are in fact, with certain exceptions to be
presently named, supposititious, and the fabrication of an unprincipled
crew of literary men … What matters it, I pray you, that no one before
my time has said what I have just said … ”
(Hardouin, Prolegomena)
***
In his famous “Prolegomena” the Jesuit Jean Hardouin
(1646-1729) developed the thesis that the greater part of Classical
literature, along with most Christian patristic literature, had been
fabricated by a crew of forgers in the thirteenth and fourteenth
centuries.
English translation by Edwin Johnson, M.A. First
published 1909.
New Edition (2010) by Dr. Hermann Detering, Berlin.
Juni 2010
- Die Welt des frühen Christentums = ein historisch unbezeugtes
„Metaversum“ – Jesus und die Apostel = pseudo-historische Gründergestalten
der Kirche des 2. Jahrhunderts. So etwa lauten
die bahnbrechenden Thesen des Historikers Edwin Johnson (1842-1901).
Trotz seiner Bedeutung geriet das erstmals 1887 anonym erschienene Buch
bald wieder in Vergessenheit. Erst in den
letzten Jahren ist das Werk aus der „Bibliothek der vergessenen Bücher“
wiederentdeckt worden. Durch die in den angelsächsischen Ländern
aufgeflammte Debatte über die Existenz des „Historischen Jesus“ (G.A.
Wells, T. Freke/P. Gandy, Earl Doherty, R. J. Hoffmann, Robert M. Price)
haben Johnsons Thesen neue Aktualität bekommen. Inzwischen ist sein Werk
ein Geheimtipp unter Chronologie- und Radikalkritikern. Bei der
vorliegenden Übertragung von Frans-Joris Fabri handelt es sich um die
erste deutsche Übersetzung des Buches. Eingeleitet wird sie mit
einem Vorwort von Hermann Detering.
„Es gehört eine tiefe Kenntnis der Probleme … dazu, um diese Versuche
…
nicht einfach als absurd bei Seite zu schieben.“ Adolf von Harnack
Antiqua Mater is the result of a keen-eyed and innovative scholar
actually managing to set aside all the ingrained preconceptions and
conventional assumptions, and to take a genuinely fresh look at
too-familiar data. As you read it, you will find yourself held
accountable for every agreement and disagreement with the author. How
tragic! Not to be able to take anything for granted anymore! Prof. Robert M. Price, Verfasser von „Deconstructing Jesus“
Ein Klassiker der historischen Kritik … würdig, neben den Werken von
Reimarus, David Friedrich Strauß, F.C. Baur und Bruno Bauer genannt zu
werden Dr. Hermann Detering
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Posted by John.F. Felix. Thanks!
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"Hermann Detering once
again proves himself the most keenly insightful New Testament scholar of
this generation,
worthy to stand among the neglected giants of the radical criticism
whose work
he has brought to light to stir today's Bible students
from their deep
dogmatic slumbers.
My own debt to his work is profound."
Prof. Robert. M. Price
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erschienen:
Hermann Detering: Der Gefälschte Paulus.
Das Urchristentum im Zwielicht. [Kindle Edition] 2012
...die
protestantische Skandalerscheinung des letzten Jahres - Roger
Thiede, FOCUS
Kuckucksei - Der Wahnsinn hat Methode
- Prof. Eta Linnemann
Auf F. C. Baur folgte ein Bruno Bauer und auf
Rudolf Bultmann ein Herbert Braun. Man könnte hinzufügen: auf Schmithals
ein Detering - Prof. M. Hengel
Detering ist kein Sensationsjournalist vom
Kaliber des unseligen Tandems Baigent/Leigh. Seine Thesen verdienen eine
ernsthafte Auseinandersetzung - Pfr. Fritz Gloor,
Reformiertes Forum
beschäftigt sich kritisch mit
den historischen Wurzeln des Christentums sowie mit allgemeinen religiösen
und theologischen Fragen.
Ein besonderer Schwerpunkt dieser Website besteht darin, mit den Arbeiten
der sogenannten "Radikalkritiker" bekannt zu machen.
Dabei handelt es sich um Theologen und Historiker, deren Mehrzahl die These
vertritt, dass die neutestamentlichen Schriften (inklusive der Paulusbriefe)
erst im zweiten nachchristlichen Jahrhundert entstanden sind, nicht jedoch
im ersten - wie der Mainstream der Forschung bis heute immer noch annimmt.
"Radikalkritik" versteht sich nicht als Kritik am Christentum, sondern als
kritische Untersuchung seiner historischen Grundlagen.
Zitat:
Oftmals wenn ich zum Karfreitagsgottesdienst gehe, ist
es für mich schwer zu entscheiden, ob der Gott, der begraben wird, Adonis ist
oder
Christus.
Often when I attend the ritual procession on Good
Friday, it is difficult for me to decide whether the god that is being
buried is Christ or Adonis.
Giorgos Seferis
(griechischer Schriftsteller, Nobelpreisträger, 1900-1971): Letter to a
Friend